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03.02.2006 - Kultur&Medien / Klassik
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Kritik Musikverein: Ein sauberes Dutzend
VON WALTER WEIDRINGER
Grandios: "Earth Songs" von "Chanticleer".
Einer der rarsten, zugleich höchsten Feiertage im Konzertkalender der Anhänger des A-cappella-Gesangs, und zwar für Gläubige aller Konfessionen, sprich: Stilrichtungen: "Chanticleer", das blitzsaubere Dutzend aus San Francisco, war auf Einladung der Jeunesse nach eineinhalb Jahren nach Wien zurückgekehrt, um Jung und Alt erneut zu zeigen, was zwölf Männerstimmen von Bass bis Sopran zu leisten imstande sind.
Genau gesagt freilich: diese zwölf Männerstimmen. Denn die gehörten und gehören in der Geschichte des 1978 gegründeten und ständig verjüngten Ensembles jeweils zu den Besten. Und auch wenn man beckmessernd die zuletzt gehörte Formation noch ein paar Prozentbruchteile höher bewerten mochte, gilt das eine nach wie vor: Bei Chanticleer lässt sich das Maximum dessen studieren, was an Stilsicherheit, kammermusikalischem Feingefühl, Intonationsgenauigkeit und, vor allem, ansteckendem Vergnügen an Musik bei einer Gruppe singender Menschen nur denkbar ist. Ob die zwölf ein tripelchöriges "Jubilate Deo" von Palestrina anstimmten, bei Clément Janequins "Chant des oyseaux" allerlei Federvieh zwitschern, schnattern und tirilieren ließen, nach einem Zeitsprung über vier Jahrhunderte flüsternd, pfeifend, hauchend ein atemberaubendes Naturlaut-Gemälde von Chen Yi beschworen und in den grandiosen "Past Live Melodies" der Australierin Sarah Hopkins im Goldenen Saal gar eine Oberton-Klangfläche aufspannten - immer gingen größte Präzision und gelöste Musizierfreude die beste Verbindung ein.
Davon profitierten nach der Pause Volkslied-Arrangements aus aller Herren Länder (heiße Hochland-Tränen waren etwa am innig-schlichten "Loch Lomond" zu vergießen) und die mit exakt tarierten und doch so coolen Glissandi umwerfende Version von Ann Ronells "Willow Weep for Me". Als sich bei den Zugaben auch die Nummer dreizehn, der musikalische Leiter und geniale Arrangeur Joseph Jennings, singend zu seinen Mannen gesellte, geriet das Jeunesse-Publikum vollends außer Rand und Band. Auf Wiederhören!
© diepresse.com | Wien
Vienna, Austria – Friday, February 3, 2006
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The “Spotless Dozen” –
Earth Songs by Chanticleer: Magnificent!
By Walter Weidringer/DIE PRESSE (Vienna)
February 3, 2006
A concert by Chanticleer, the super-clean dozen from San Francisco, was one of the rarest and greatest days in the concert calendar for fans of a cappella singing, in fact, for the worshipful of every persuasion.
Chanticleer returned to Vienna after an absence of a year and a half for a concert presented by Jeunesses Musicales to show young and old alike once again the astonishing things that twelve male voices covering the range from bass to soprano can accomplish. Chanticleer, founded in 1978 and frequently revitalized through changing membership, has consistently been one of the greatest singing groups around.
Chanticleer is peerless in many ways – with superb performing style, perfect intonation, perceptive chamber music ensemble and, especially, infectious joy in making music. Whether the twelve are singing a Palestrina Jubilate Deo in triple chorus, Clément Jannequin’s ‘Song of the Birds’ complete with all manner of avian chirps, twittering and trills, or – leaping ahead four centuries and whispering, whistling and exhaling, conjured up a breathtaking vocal landscape by Chen Yi, their performance in the Goldener Saal of the Musikverein always combined the greatest precision with the expression of relaxed pleasure in singing.
The dozen became a baker’s dozen when Chanticleer’s music director and brilliant arranger Joseph Jennings came onstage to join his group for an encore, sending the audience completely over the top. Please come back soon!
translated by Alison Ames, 21C Media Group
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